Herbst-Licht-Check: Was jetzt an Deinem Auto zählt
Von Sebi Veröffentlicht am
Das Wichtigste zuerst
Ab jetzt fährst Du wieder im Dunkeln zur Arbeit und im Dunkeln zurück. Die Lichtsaison hat begonnen — und mit ihr die Wochen, in denen ein Ausfall zum ersten Mal seit Monaten auffällt. Der komplette Check dauert fünf Minuten und braucht nichts außer einer Hauswand oder einem Helfer.
Und wenn Du dabei eine defekte Lampe findest, ist die zweite Frage sofort die schwierigere: welche Birne sitzt da eigentlich? Dafür gibt es diese Seite. Stand heute stehen hier 715 Fahrzeugseiten — 616 Pkw- und Motorrad-Generationen sowie 99 Wohnmobil-Baureihen —, und die decken zusammen 35,7 Millionen in Deutschland zugelassene Fahrzeuge ab.
Alle Zahlen in diesem Beitrag sind aus unseren eigenen Tabellen gerechnet, Stand 9. September 2026. Der Zulassungsbestand stammt aus den Schlüsselnummern des Kraftfahrt-Bundesamts, die zu diesen Fahrzeugseiten gehören.
Der Fünf-Minuten-Check
Stell Dich mit dem Auto vor eine helle Wand, schalte der Reihe nach durch und geh danach einmal ums Fahrzeug herum. Diese Leuchten gehören dazu:
- Vorn: Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Blinker links und rechts, Nebelscheinwerfer (falls vorhanden), Tagfahrlicht.
- Hinten: Schlusslicht, Bremslicht, Blinker, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte, dritte Bremsleuchte, Kennzeichenbeleuchtung.
- Seitlich: Seitenblinker im Kotflügel oder im Außenspiegel.
Für Bremslicht und Rückfahrlicht brauchst Du entweder einen Helfer oder die Wand hinter Dir: Rückwärtsgang rein, Fuß auf die Bremse, im Rückspiegel den Widerschein prüfen. Wer allein ist, legt einen schweren Gegenstand auf das Bremspedal.
Achte dabei auf zwei Dinge, die leicht durchrutschen. Erstens die Kennzeichenbeleuchtung — sie leuchtet nach hinten und fällt einem selbst nie auf. Zweitens die Nebelschlussleuchte: wo wir ihre Seite kuratiert haben, sitzt sie in 396 von 445 Fällen allein links. Dass rechts nichts leuchtet, ist dort also kein Defekt, sondern Bauart.
Wenn der Lichtkegel selbst schief steht oder blendet, ist das kein Birnenthema. Wie Du die Einstellung prüfst und korrigierst, steht hier: Abblendlicht horizontal und vertikal korrekt einstellen.
Welche Birne im Abblendlicht steckt — die Auswertung
Das Abblendlicht ist die Lampe, die im Herbst am meisten arbeitet, und die einzige, deren Ausfall Du sofort merkst. Über alle 616 ausgelieferten Fahrzeug-Generationen sieht die Verteilung so aus — gewichtet mit dem Zulassungsbestand, nicht mit der Zahl der Modelle:
- H7 — 319 Generationen, zusammen 26,5 Millionen Fahrzeuge. Das sind rund 74 Prozent des hier abgedeckten Bestands. Keine andere Bauform kommt in die Nähe.
- H4 — 242 Generationen, 8,2 Millionen Fahrzeuge. Die Zweifadenlampe für Abblend- und Fernlicht in einem, das Rückgrat der älteren Baujahre.
- Fest verbaute LED — 120 Generationen, 12,0 Millionen Fahrzeuge.
- Xenon — die D-Serie zusammen: D1S bei 85 Generationen (7,3 Millionen), D3S bei 37 (6,7 Millionen), D2S bei 64 (3,9 Millionen), D5S bei 19 (1,6 Millionen).
- H1 — 31 Generationen, 650.000 Fahrzeuge. Im Abblendlicht ein Randfall; im Fernlicht dagegen führen sie 151 Generationen.
Die Zahlen summieren sich absichtlich auf mehr als 35,7 Millionen: Viele Baureihen gab es mit Halogen- und mit Xenon-Scheinwerfer, und dann zählt die Generation bei beiden Bauformen mit. Welche in Deinem Auto sitzt, entscheidet die Ausstattung — nicht das Modell.
Die verbreitetsten Fahrzeuge mit H7 im Abblendlicht:
VW Golf 7 Typ: AU - 5G1 BQ1 BE1 BE2/BA5/BV5 – 2012-2021
AI VW Tiguan 1 Typ: 5N – 2007-2018
VW Polo 5 Typ: 6R (vor Facelift) & 6C (nach Facelift) – 2009-2017
AI VW Passat 7 Typ: B7/3C – 2010-2015
VW Golf 5 Typ: 1K1 – 2003-2009
AI VW T-Roc 1 Typ: A11 / D11 / AC7 / AC8 – seit 2017
AI Opel Corsa D Typ: Corsa D / S07 – 2006-2014
VW Golf 7 Sportsvan Typ: AM1 AN1 – 2014-2020 Bei jedem dreizehnten Fahrzeug ist der Wechsel keine Option mehr
Der Trend zur fest verbauten LED hat einen Nebeneffekt, der im Herbst konkret wird: Bei einem Teil der Fahrzeuge lässt sich das Abblendlicht gar nicht mehr selbst tauschen, weil dort keine Lampe sitzt, sondern eine verklebte Leuchteinheit.
Gerechnet über denselben Bestand: Bei 39 Generationen mit zusammen 2,67 Millionen Fahrzeugen führt keine einzige Ausführung des Abblendlichts noch eine wechselbare Lampe — das sind 7,5 Prozent, also etwa jedes dreizehnte Fahrzeug. Bei den übrigen 92,5 Prozent gibt es mindestens eine Ausführung, in der eine Lampe steckt.
Deutlich häufiger ist das am Heck: Beim Schlusslicht sind es schon 114 Generationen mit 8,8 Millionen Fahrzeugen (24,7 Prozent), beim Bremslicht 83 Generationen mit 6,2 Millionen (17,4 Prozent). Wer heute eine kaputte Rückleuchte hat, hat also merklich öfter als vorn ein Werkstattthema vor sich.
Und ein dritter Fall liegt dazwischen: Xenon. Bei 201 Generationen mit 17,7 Millionen Fahrzeugen gibt es mindestens eine Xenon-Ausführung. Der Brenner ist wechselbar — aber er steht unter Hochspannung, und dafür gelten andere Regeln als für eine Halogenlampe. Fass ihn nur an, wenn Du weißt, was Du tust.
Was Du für den Wechsel brauchst
Wenn eine Halogenlampe fällig ist, lohnt es sich, gleich beide Seiten zu tauschen. Sie haben dieselbe Brenndauer hinter sich, und die zweite folgt der ersten meist innerhalb weniger Wochen — mitten in der dunklen Jahreszeit ist das der ärgerlichere Termin.
H7 — die häufigste Bauform
Rund drei von vier hier abgedeckten Fahrzeugen können sie im Abblendlicht tragen.

W5W — Standlicht und Kennzeichen
Die häufigste Form im Standlicht (332 Generationen) und in der Kennzeichenbeleuchtung (264).

Welche Bauform Dein Fahrzeug wirklich braucht, steht auf seiner eigenen Seite — such es oben über die Fahrzeugsuche. Die Übersichten zu den einzelnen Formen: H7, H4 und H1. Wenn Du unsicher bist, ob vorn H4 oder H7 sitzt: So findest Du es heraus.
Im Oktober kommt der Lichttest
Traditionell rufen die Kfz-Innungen im Oktober zum Lichttest auf — die Gelegenheit, die Einstellung von jemandem prüfen zu lassen, der ein Prüfgerät dafür hat. Was dort gemessen wird und welche Lampe bei einem Durchfall am häufigsten fällig ist, nehmen wir uns hier zum Monatsanfang vor.
Bis dahin gilt der einfache Teil: einmal ums Auto gehen, alles durchschalten, und die eine Birne besorgen, die nicht mehr mitmacht.

