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50 Jahre Ford Fiesta: Acht Generationen, acht Antworten auf die Birnenfrage

Von Sebi Veröffentlicht am Aktualisiert am

Acht Ford-Fiesta-Generationen von 1976 bis 2023 mit leuchtenden Scheinwerfern in einer Reihe (mit KI erzeugt) AI

Das Wichtigste zuerst

Im Mai 1976 lief der erste Ford Fiesta an, im Juli 2023 der letzte. Dazwischen liegen acht Generationen — und 723.598 Fiesta, die heute noch in Deutschland zugelassen sind. Damit steht er in fast jeder Straße, und die Frage nach der passenden Birne stellt sich entsprechend oft.

Und er ist ein Lehrstück. Wer die acht Generationen nebeneinanderlegt, sieht die ganze Geschichte der Autobeleuchtung in einem einzigen Modell: von der H4, die Abblend- und Fernlicht in einer Lampe machte, über die Trennung in H7 und H1, wieder zurück zur H4 — und am Ende zu einem Scheinwerfer, in dem gar keine Birne mehr sitzt.

Acht Generationen, ein Bestand: wer heute noch fährt

Die 723.598 Fiesta verteilen sich sehr ungleich auf die acht Generationen. Das Diagramm zeichnet je Generation eine Linie durch die Bestandszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes. Seine Achse ist logarithmisch — jede beschriftete Linie ist der Faktor zehn. Anders ginge es nicht: zwischen der kleinsten und der größten Generation liegt heute der Faktor 416, linear gezeichnet lägen vier der sieben Linien platt auf der Grundlinie. Der Gewinn dabei ist mehr als Lesbarkeit: gleich steile Linien bedeuten gleichen prozentualen Rückgang, und genau daran hängt die Geschichte.

KBA-Bestand je Generation, 2019 bis 2026 — Summe der Fahrzeugbestände zum 1. Januar über die HSN/TSN-Schlüssel jeder Generation. Die Achse ist logarithmisch: jede beschriftete Linie ist der Faktor zehn, gleich steile Linien bedeuten gleichen prozentualen Rückgang. Nicht zugeordnete Schlüsselnummern zählen nicht mit, die Werte sind damit Untergrenzen.
KBA-Bestand je Generation, 2019 bis 2026
Jahr Fiesta 1Fiesta 2Fiesta 3Fiesta 4 / 5Fiesta 6Fiesta 7Fiesta 8 Gesamt
2019 ca. 1.299 Fahrzeugeca. 1.063 Fahrzeugeca. 12.530 Fahrzeugeca. 74.095 Fahrzeugeca. 254.130 Fahrzeugeca. 475.670 Fahrzeugeca. 62.606 Fahrzeuge ca. 881.393 Fahrzeuge
2020 ca. 1.290 Fahrzeugeca. 1.040 Fahrzeugeca. 10.131 Fahrzeugeca. 56.186 Fahrzeugeca. 238.609 Fahrzeugeca. 464.307 Fahrzeugeca. 107.989 Fahrzeuge ca. 879.552 Fahrzeuge
2021 ca. 1.265 Fahrzeugeca. 1.022 Fahrzeugeca. 8.340 Fahrzeugeca. 42.678 Fahrzeugeca. 223.048 Fahrzeugeca. 450.548 Fahrzeugeca. 142.263 Fahrzeuge ca. 869.164 Fahrzeuge
2022 ca. 1.261 Fahrzeugeca. 1.010 Fahrzeugeca. 7.068 Fahrzeugeca. 31.994 Fahrzeugeca. 207.924 Fahrzeugeca. 438.361 Fahrzeugeca. 159.008 Fahrzeuge ca. 846.626 Fahrzeuge
2023 ca. 1.214 Fahrzeugeca. 987 Fahrzeugeca. 6.201 Fahrzeugeca. 25.699 Fahrzeugeca. 195.338 Fahrzeugeca. 425.608 Fahrzeugeca. 168.924 Fahrzeuge ca. 823.971 Fahrzeuge
2024 ca. 1.186 Fahrzeugeca. 975 Fahrzeugeca. 5.481 Fahrzeugeca. 20.825 Fahrzeugeca. 181.640 Fahrzeugeca. 411.401 Fahrzeugeca. 179.228 Fahrzeuge ca. 800.736 Fahrzeuge
2025 ca. 1.175 Fahrzeugeca. 943 Fahrzeugeca. 4.849 Fahrzeugeca. 16.554 Fahrzeugeca. 165.126 Fahrzeugeca. 395.230 Fahrzeugeca. 179.258 Fahrzeuge ca. 763.135 Fahrzeuge
2026 ca. 1.130 Fahrzeugeca. 910 Fahrzeugeca. 4.298 Fahrzeugeca. 12.979 Fahrzeugeca. 148.426 Fahrzeugeca. 378.569 Fahrzeugeca. 177.207 Fahrzeuge ca. 723.519 Fahrzeuge

Drei Dinge liest man daran ab, die in keiner Tabelle stehen:

  • Eine Generation trägt den halben Bestand. Der Fiesta '09 stellt mit 378.644 Fahrzeugen mehr als die Hälfte aller zugelassenen Fiesta — und das, obwohl er seit 2019 rund 97.000 Fahrzeuge verloren hat.
  • Der letzte Fiesta hat seinen Scheitel hinter sich. Von 62.606 Fahrzeugen 2019 wächst er bis 2025 auf 179.258 — die einzige steigende Linie im Bild. 2026 steht er erstmals niedriger (177.207). Ab hier schrumpft jede Generation.
  • Die ältesten Linien sind die flachsten. Mk1 und Mk2 verlieren in acht Jahren keine 15 Prozent, der Mk4 dagegen 82. Ein Fiesta von 1978 ist kein Alltagsauto mehr, sondern ein Oldtimer — und Oldtimer werden nicht abgemeldet, sondern gepflegt. Der Mk1 ist deshalb heute häufiger zugelassen als sein jüngerer Nachfolger Mk2.

Für die Birnenfrage heißt das: Wer heute eine Fiesta-Birne sucht, sucht mit hoher Wahrscheinlichkeit eine H7. Die Generationen mit H7 im Abblendlicht stellen zusammen 568.830 der 723.598 Fahrzeuge, knapp vier Fünftel des Bestands — beim letzten Fiesta allerdings nur in der Halogen-Ausführung. Der Rest ist fast vollständig H4, und davon entfallen 148.426 von 154.768 Fahrzeugen allein auf den Fiesta '02.

Warum acht Generationen nur sieben Linien ergeben: Der Fiesta '96 und der Fiesta '99 teilen sich eine Linie, weil sie sich eine Typgenehmigung teilen. Beide laufen im Fahrzeugregister unter denselben Schlüsselnummern (0928/928 bis 935, Typ JAS und JBS, Zulassungen von 1996 bis 2003); welche dieser Zulassungen zum Facelift von 1999 gehört, steht dort nirgends. Zwei Linien zu zeichnen hieße, eine Trennung zu behaupten, die die Quelle nicht hergibt. Die 12.979 Fahrzeuge der Linie „Fiesta 4 / 5" sind deshalb beide Generationen zusammen — und das ist die genauere Aussage, nicht die ungenauere.

Zur Lesart: Gezählt sind die Fahrzeugbestände zum 1. Januar, summiert über die HSN/TSN-Schlüssel jeder Generation. Nicht zugeordnete Schlüsselnummern zählen nicht mit, die Werte sind also Untergrenzen.

1976 bis 1989: zwei Lampen, fertig

Der Fiesta der ersten Generation (1976–1983) und sein Nachfolger (1983–1989) kommen mit einem Lampensatz aus, den man auswendig lernen kann:

  • H4 für Abblend- und Fernlicht — eine Lampe, zwei Glühwendeln.
  • T4W fürs Standlicht, R5W für Schlusslicht und Kennzeichen.
  • P21W für praktisch alles andere: Blinker vorn, Blinker hinten, Bremslicht, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte.
  • H3 im Nebelscheinwerfer, wo einer verbaut war.

Vier Bauformen für das ganze Auto. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Generationen ist ein Nachzügler der Vorschriften: Die zweite bekam den Seitenblinker mit einer W5W — die kleine Glassockellampe, die später überall auftaucht.

1989: Der Fiesta lernt Orange

Mit dem Fiesta '89 (GFJ, 1989–1996) ändert sich die Aufteilung grundlegend, obwohl die Scheinwerfer weiter mit H4 arbeiten:

  • Die Blinker vorn und hinten bekommen die PY21W — die orange eingefärbte Lampe hinter klarem Glas. Sie ist heute die häufigste Autobirne Deutschlands überhaupt.
  • Schluss- und Bremslicht wandern in eine Zweifadenlampe, die P21/5W.
  • Standlicht und Kennzeichenbeleuchtung übernimmt die W5W.

Das ist die Bauform-Kombination, die den Massenmarkt der 1990er prägt — und der Grund, warum eine P21/5W bis heute in jedem gut sortierten Ersatzlampenset liegt.

1995: H7 und H1, und ein Rückschritt, der keiner war

Beim Fiesta '96 (1995–1999) und dem kurzlebigen Fiesta '99 (1999–2002) trennt Ford, was vorher zusammengehörte: H7 fürs Abblendlicht, H1 fürs Fernlicht — zwei Lampen statt einer. Der Nebelscheinwerfer bekommt ebenfalls eine H1 statt der H3.

Dann kommt die Überraschung. Der Fiesta '02 (JH/JD, 2001–2008) — mit 148.426 Fahrzeugen bis heute einer der verbreitetsten — geht im Scheinwerfer zurück zur H4. Eine Lampe für Abblend- und Fernlicht, wie 1976. Wer vom Vorgänger umsteigt und blind eine H7 kauft, kauft daneben.

Genau dafür lohnt ein Blick auf die Modellseite statt auf die Modellreihe: Der Birnentyp folgt der Generation, nicht dem Namen auf dem Heck. Der Nebelscheinwerfer wechselt hier übrigens auf die H11, und die dritte Bremsleuchte — beim Fiesta '99 noch eine W5W — wird zur W16W.

2008: Die LED kommt durch die Hintertür

Beim Fiesta '09 (CB1/CCN, 2008–2017) — mit 378.644 zugelassenen Fahrzeugen die mit Abstand häufigste Generation — geht der Scheinwerfer zurück auf H7 und H1. Interessanter ist, was daneben passiert: Die LED taucht zum ersten Mal auf, aber nicht dort, wo man sie erwartet.

  • Tagfahrlicht: LED — bei dieser Generation von Anfang an nicht wechselbar.
  • Dritte Bremsleuchte: LED statt der W16W des Vorgängers.
  • Standlicht und Schlusslicht gibt es je nach Ausführung als Glühlampe (W5W beziehungsweise W21/5W) oder als LED-Einheit.

Das ist das Muster, das ab hier die ganze Branche bestimmt: Die LED beginnt bei den kleinen Signalleuchten, wo sie am wenigsten kostet und am längsten hält — und arbeitet sich nach vorn.

2017: Der letzte Fiesta

Beim Fiesta von 2017 (HJ/HF, 2017–2023) ist die Frage „welche Birne?" endgültig eine Frage der Ausstattung geworden. In der Halogen-Ausführung sitzen weiterhin H7 und H1 im Scheinwerfer und eine PY21W im vorderen Blinker. In der LED-Ausführung sitzt an denselben Stellen nichts mehr, was man tauschen könnte.

Fest verbaut sind hier in jedem Fall: Tagfahrlicht, Standlicht, Seitenblinker und die dritte Bremsleuchte. Wechselbar bleiben zuverlässig nur noch die Lampen, bei denen sich der Aufwand nie gelohnt hat — W16W im Rückfahrlicht, W21W in der Nebelschlussleuchte, W5W am Kennzeichen und die H8 im Nebelscheinwerfer.

Im Juli 2023 endete die Produktion. Von dieser letzten Generation sind heute noch 177.207 Fahrzeuge zugelassen — die Ersatzlampenfrage stellt sich für sie noch lange.

Die Kurzfassung für den Kofferraum

GenerationAbblendlichtFernlichtBlinker vornNebelscheinwerfer
1976–1983H4H4P21WH3
1983–1989H4H4P21WH3
1989–1996H4H4PY21WH3
1995–1999H7H1PY21WH1
1999–2002H7H1PY21WH1
2001–2008H4H4PY21WH11
2008–2017H7H1PY21WH11
2017–2023H7 oder LEDH1 oder LEDPY21W oder LEDH8

Die Tabelle ist die Kurzfassung, nicht die Antwort. Welche Ausführung in Deinem Fiesta steckt — Halogen oder LED, welcher Scheinwerfertyp, welche Stückzahl je Leuchte —, steht auf der Seite Deiner Generation; die Kacheln im jeweiligen Abschnitt führen direkt hin. Und wenn Du überlegst, ob sich für den Scheinwerfer eine legale LED-Nachrüstung anbietet: Die gilt immer je Scheinwerfer-Genehmigungsnummer, nie pauschal fürs Modell. So findest Du sie.

Datenstand: 18. September 2026 (Zulassungszahlen am selben Tag revidiert — 50 Schlüsselnummern waren keiner Generation zugeordnet und fehlten in der Zählung). Bauzeiten, Lampenbestückung und Zulassungszahlen stammen aus den kuratierten Fahrzeugdaten dieser Seite und dem Fahrzeugbestand des Kraftfahrt-Bundesamtes.

Häufige Fragen zu den Birnen im Ford Fiesta

Hat der Ford Fiesta H4 oder H7 im Abblendlicht?

Beides — es kommt auf die Generation an. Mk1, Mk2 und der Fiesta '89 fahren H4; der Fiesta '96 und '99 haben H7 im Abblend- und H1 im Fernlicht; der Fiesta '02 geht zurück zur H4; ab dem Fiesta '09 sind es wieder H7 und H1, beim letzten Fiesta ab 2017 je nach Ausstattung H7/H1 oder eine fest verbaute LED-Einheit.

Warum passt beim Fiesta '02 keine H7?

Weil Ford beim JH/JD (2001–2008) im Scheinwerfer zur H4 zurückging — eine Lampe für Abblend- und Fernlicht, wie 1976. Wer vom Vorgänger umsteigt und blind eine H7 kauft, kauft daneben: Der Birnentyp folgt der Generation, nicht dem Namen auf dem Heck.

Welche Fiesta-Generation ist heute am häufigsten unterwegs?

Der Fiesta '09 (CB1/CCN, 2008–2017) mit 378.644 zugelassenen Fahrzeugen — mehr als die Hälfte aller Fiesta auf deutschen Straßen. Insgesamt sind hier noch 723.598 Fiesta zugelassen, davon 177.207 aus der letzten Generation von 2017 bis 2023.

Welche Leuchten kann ich beim Fiesta von 2017 noch selbst wechseln?

Zuverlässig wechselbar bleiben W16W im Rückfahrlicht, W21W in der Nebelschlussleuchte, W5W am Kennzeichen und die H8 im Nebelscheinwerfer. In der Halogen-Ausführung kommen H7, H1 und die PY21W im vorderen Blinker dazu. Fest verbaut sind in jedem Fall Tagfahrlicht, Standlicht, Seitenblinker und die dritte Bremsleuchte.

Welche Fiesta-Generationen darf ich auf LED umrüsten?

Drei der acht — und auch dort entscheidet nicht das Modell, sondern die Genehmigungsnummer Deines Scheinwerfers. Beim Fiesta '02 (2001–2008) ist die H4 freigegeben und damit Abblend- und Fernlicht zugleich, weil beide an derselben Lampe hängen. Beim Fiesta '09 (2008–2017) und beim letzten Fiesta (2017–2023) gilt die Freigabe der H7 im Abblendlicht; fürs Fernlicht gibt es dort keine. Für die fünf älteren Generationen führt keine Liste eine Freigabe. So findest Du die Nummer an Deinem Scheinwerfer.