So entsteht eine Birnenliste: Woher wir wissen, welche Lampe in Deinem Auto steckt
Von Sebi Veröffentlicht am
Jede Birne, die auf einer unserer Fahrzeugseiten steht, hat eine Quelle — und eine Seite geht erst online, wenn ihre Liste vollständig ist und aus einer Herstellerquelle oder aus zwei voneinander unabhängigen Katalogen stammt. Stand 28. Oktober 2026 sind das 1.129 Fahrzeug-Generationen (1.056 Pkw, 73 Motorräder) mit zusammen 19.820 einzelnen Lampenangaben, und keine davon ist ohne Herkunftsvermerk. Hier steht, welche Quellen wir lesen, warum keine von ihnen allein genügt und was passiert, wenn sie sich widersprechen.
Die Quellen, nach ihrer Beweiskraft
Für die Frage „Welche Lampe sitzt wo?" gibt es fünf Arten von Quellen. Sie beantworten nicht dieselbe Frage gleich gut, und genau das macht sie zusammen stark.
- Die Werks-Betriebsanleitung. Das Handbuch aus dem Handschuhfach führt im Kapitel zum Lampenwechsel meist eine Tabelle: Leuchte, Lampentyp, Wattzahl. Keine andere Quelle ordnet Leuchte und Lampe so direkt einander zu — wir nehmen sie, wo es sie gibt, vom Hersteller direkt oder als Archivausgabe des passenden Modelljahrs.
- Der Werksteilekatalog des Autoherstellers. Er nennt jede Lampe mit Teilenummer und oft mit einem Bauzeitfenster. Damit datiert er, was die Betriebsanleitung verschweigt: ab welchem Monat ein Scheinwerfer eine andere Lampe bekam.
- Der Lampenfinder eines Lampenherstellers. Er sagt, welche Lampe der Hersteller für ein Fahrzeug verkauft, über alle Motorisierungen einer Baureihe. Ein leeres Feld dort ist aber keine Aussage über das Auto, sondern meist eine Lücke im Sortiment.
- Die Teilekataloge des Handels. Sie sind breit und reichen weit zurück, ordnen aber Produkte zu, keine Leuchten. Für uns sind sie die Gegenprobe, nicht die Antwort.
- Die Ersatzleuchte mit mitgelieferten Lampen. Wird eine Rückleuchte samt Birnen verkauft, zählt das Angebot die echten Fassungen auf. Das ist die physischste Auskunft, die es gibt: in eine Glassockel-Fassung passt keine Bajonett-Lampe.
Welches Auto genau gemeint ist, klären die Schlüsselnummern aus dem Fahrzeugschein. Den Fahrzeugseiten ordnen wir dazu die HSN/TSN-Paare aus dem Register des Kraftfahrt-Bundesamts zu — deshalb findest Du Dein Auto auch über die Schlüsselnummer oder die FIN.
Was eine Quelle nicht sagt
Die meisten Fehler in Birnenlisten entstehen nicht durch falsches Lesen, sondern durch einen Schluss, den die Quelle gar nicht hergibt. Drei davon begegnen uns ständig:
- „Der Katalog führt keine Lampe, also ist es eine LED." Ein Teilekatalog führt keine Lampe, wenn er keine verkauft. Dass dort eine fest verbaute LED sitzt, belegt erst die Betriebsanleitung oder ein Werkskatalog, der in derselben Leuchte nebenan sehr wohl eine Glühlampe führt.
- „Das Handbuch ist vom Hersteller, also stimmt es." Ein amerikanisches Werksbuch beschreibt ein anderes Auto: ohne Nebelschlussleuchte, oft ohne Tagfahrlicht, manchmal mit anderen Lampen in derselben Leuchte. Für ein in Europa verkauftes Auto zählt nur die europäische Ausgabe.
- „Die Liste nennt eine Lampe, also hat das Auto sie überall." Ein Fahrzeug mit vier Scheinwerfern hat oft zwei Lampentypen. Welche Leuchte welche Funktion übernimmt, sagt der Teilekatalog, nicht die Lampenliste.
Dazu kommt eine Gegenprobe, die nichts kostet: Eine Lampe kann nicht älter sein als ihre Bauform. Steht an einem Auto aus den Achtzigern eine HB4, gehört der Lampensatz zu einem anderen Fahrzeug — die Bauform gibt es erst seit den Neunzigern. Und in jeder Lampentabelle lässt sich die Wattzahl gegen die Typbezeichnung halten: Eine H8 hat 35 Watt, eine H11 55 Watt. Steht „H8, 55 W" da, ist eine der beiden Angaben verdreht.
Wenn Quellen sich widersprechen: zwei Fälle
Der Subaru Legacy, bei dem Europa und Amerika vertauscht waren
Für den Nebelscheinwerfer des Subaru Legacy der vierten Generation (2003–2009) nannte der Lampenfinder eines Lampenherstellers HB4, das amerikanische Werksbuch dagegen H3 — und beim Schwestermodell Outback jeweils genau umgekehrt. Zwischen zwei Quellen, die sich gegenseitig widersprechen, wählen wir nicht. Entschieden hat der europäische Werksteilekatalog von Subaru, weil er zu jeder Lampe ein Datum führt: Limousine und Kombi wechseln zum Modelljahr 2007 (Bauzeit ab April 2006) von der H3 auf die HB4, der europäische Outback behält die H3. Damit erklären sich beide Gegenquellen: Der Lampenfinder führt die HB4 nur für die späten Motorisierungen, und das amerikanische Werksbuch beschreibt amerikanische Autos, bei denen der Outback die HB4 Jahre früher bekam. In unseren Daten stehen deshalb zwei Nebelscheinwerfer-Ausführungen mit ihrer Bauzeit statt einer einzigen Antwort.
Der Alfa Romeo mit den vier Rundscheinwerfern
Die LED-Kompatibilitätsliste eines Lampenherstellers führt den Alfa Romeo 1750/2000 der Baureihe 105 mit einer H1. Daraus zu schließen, das Auto fahre H1, wäre falsch gewesen: Die Freigabe gilt den beiden inneren 5¾-Zoll-Scheinwerfern, und die sind ein reines Zusatzfernlicht. Außen sitzen 7-Zoll-Scheinwerfer mit einer H4 für Abblend- und Fernlicht. Auf der Birnenliste des Alfa Romeo 1750/2000 stehen deshalb beide Scheinwerfer getrennt. Aufgelöst hat das der Teilekatalog, der die Leuchten einzeln führt — und der auch gezeigt hat, dass die Giulia-Limousine derselben Baureihe ein anderes Auto mit nur zwei Scheinwerfern ist.
Die Regel dahinter: Steht eine Angabe gegen eine andere, kommt eine dritte Quelle dazu, bevorzugt eine, die etwas Datiertes oder Physisches beschreibt. Datierte Quellen schlagen undatierte, die Fassung schlägt die Katalogmehrheit. Findet sich keine, bleibt die Position offen — und eine Fahrzeugseite mit offener Position wird gar nicht erst freigeschaltet.
Wann eine Fahrzeugseite online geht
Freigeschaltet wird nicht von Hand, sondern über eine Prüfung, die jede Nacht läuft. Eine Generation muss dafür alle Bedingungen erfüllen:
- Jede Leuchtfunktion, nach der gesucht wird, ist beantwortet — mit einer Lampe, mit „fest verbaute LED" oder mit dem belegten Vermerk, dass das Auto diese Leuchte nicht hat.
- Keine Lampenangabe ist mehr offen.
- Die Schlüsselnummern sind zugeordnet, und es gibt einen Zulassungsbestand.
- Jede Angabe trägt eine Herkunft, und darunter ist eine Herstellerquelle — Betriebsanleitung, Werkskatalog oder Lampenfinder — oder es sind mindestens zwei unabhängige Quellen. Eine Liste aus einer einzigen Katalogmeinung bleibt Entwurf.
- Die automatische Integritätsprüfung meldet nichts, etwa eine Karosserie, für die eine Leuchtfunktion fehlt.
Erfüllen mehr Fahrzeuge die Bedingungen, als in einer Nacht freigeschaltet werden, gewinnen die mit dem größten Zulassungsbestand und der meisten Nachfrage. Bis zu zehn neue Fahrzeugseiten kommen so jede Nacht dazu.
Was Du selbst prüfen kannst
Am verlässlichsten ist die alte Birne selbst: Auf Sockel oder Glas steht die Bezeichnung, oft auch die Wattzahl. Ohne Aufdruck findest Du die Bauform im Birnen-Finder über Sockel und Form. Willst Du auf LED umrüsten, gilt die Freigabe nicht für das Modell, sondern für den einzelnen Scheinwerfer — welcher das ist, verrät die Genehmigungsnummer auf dem Scheinwerfer.
Dein Auto findest Du hier — über den Modellnamen, die Schlüsselnummer oder die Fahrgestellnummer:
Häufige Fragen dazu, wie unsere Birnenlisten entstehen
Woher weiß Birnen-Typ, welche Birne in meinem Auto verbaut ist?
Aus den Unterlagen der Hersteller: der Lampentabelle der Werks-Betriebsanleitung, dem Werksteilekatalog des Autoherstellers und dem Lampenfinder eines Lampenherstellers. Dazu kommen die Teilekataloge des Handels als Gegenprobe. Jede einzelne Angabe in unseren Tabellen trägt einen Vermerk, aus welcher Quelle sie stammt.
Was passiert, wenn sich zwei Quellen widersprechen?
Dann schreiben wir nichts, bis eine dritte Quelle den Fall entscheidet — bevorzugt eine, die etwas Physisches beschreibt, etwa die Fassung im Scheinwerfer oder eine Ersatzleuchte, die mit ihren Lampen geliefert wird. Bis dahin bleibt die Position offen, und eine Fahrzeugseite mit offener Position wird nicht freigeschaltet.
Warum fehlt mein Auto noch, obwohl es viele davon gibt?
Eine Fahrzeugseite geht erst live, wenn alle Leuchtfunktionen beantwortet sind, keine Birne mehr offen ist, die Schlüsselnummern zugeordnet sind und die Angaben aus einer Herstellerquelle oder aus zwei unabhängigen Katalogen stammen. Jede Nacht werden bis zu zehn fertige Fahrzeuge freigeschaltet, zuerst die, die in Deutschland am häufigsten zugelassen sind und nach denen am meisten gesucht wird.
Kann ich der Lampenangabe im Teilekatalog eines Online-Shops trauen?
Als Hinweis ja, als alleinige Quelle nicht. Ein Shop-Katalog zeigt, welche Lampen er für ein Fahrzeug verkauft — nicht, welche Leuchte welche Lampe braucht. Und wenn er für eine Leuchte gar keine Lampe führt, heißt das nur, dass er keine verkauft, nicht dass dort eine fest verbaute LED sitzt.
Wie prüfe ich selbst, ob die Birne zu meinem Auto passt?
Am sichersten mit der alten Birne in der Hand: Auf dem Sockel oder dem Glas steht die Bezeichnung, etwa H7 oder P21W, oft mit der Wattzahl. Passt die Wattzahl nicht zur Bezeichnung — eine H8 hat 35 Watt, eine H11 55 Watt —, stimmt eine der beiden Angaben nicht. Ohne Aufdruck hilft der Birnen-Finder über Sockel und Form.