Zeitumstellung: Warum Dein Tagfahrlicht ab Sonntag nicht reicht – und welche Lampen hinten brennen müssen
Von Sebi Veröffentlicht am
Das Wichtigste zuerst
In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, wird die Uhr um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Ab Montag ist es auf dem Heimweg eine Stunde früher dunkel – für viele fällt die Fahrt von der Arbeit damit schlagartig in die Dämmerung.
Genau dort steckt eine Falle, die man vom Fahrersitz aus nicht sieht: Das Tagfahrlicht brennt vorn, die Instrumente leuchten, alles wirkt eingeschaltet. Hinten aber bleibt es bei den meisten Autos dunkel – der ADAC schreibt, dass ein Fahrzeug bei aktiviertem Tagfahrlicht „von hinten in der Regel unbeleuchtet“ ist (ADAC). Erst wenn Du das Licht einschaltest, gehen Schlusslicht und Kennzeichenbeleuchtung an.
Welche Lampen dann brennen müssen und wie viele davon Du überhaupt selbst wechseln kannst, haben wir über alle Fahrzeugseiten ausgewertet: 1.000 Pkw-Generationen, hinter denen 45,9 Millionen in Deutschland zugelassene Pkw stehen (Bestand 1. Januar 2026, Schlüsselnummern des Kraftfahrt-Bundesamts), Stand 20. Oktober 2026.
Was gilt: Dämmerung heißt Licht an
Die Regel steht in § 17 Abs. 1 StVO: „Während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern, sind die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen.“ Tagfahrlicht ist – der Name sagt es – eine Leuchte für den Tag. Für Motorräder schreibt Absatz 2a es ausdrücklich: In der Dämmerung ist Abblendlicht einzuschalten. Und Absatz 2 hält fest, dass mit Standlicht allein nicht gefahren werden darf.
Wer sich auf die Lichtautomatik verlässt: Laut ADAC reagiert sie oft spät, bei diesigem Wetter oder Nebel am Tag manchmal gar nicht. Steht Dein Schalter auf AUTO, lohnt im Herbst ein Blick auf die Kontrollleuchte – oder Du drehst ihn auf das Abblendlicht-Symbol.
Was in Tagfahrlicht und Heckleuchten steckt – die Auswertung
Für den Heimweg im Dunkeln zählen vier Leuchten: das Tagfahrlicht, das Du tagsüber fährst, das Abblendlicht, das Du jetzt brauchst, und hinten Schlusslicht und Kennzeichenbeleuchtung. Für jede haben wir ausgewertet, ob darin eine wechselbare Lampe sitzt oder fest verbaute LED – gewichtet nach Zulassungen, nicht nach Zahl der Modelle:
| Leuchtfunktion | wechselbare Lampe | je nach Ausführung Lampe oder LED | nur fest verbaute LED | kein Tagfahrlicht erfasst (Baubeginn vor 02/2011) | Pkw gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Tagfahrlicht | 6.316.788 (14,1 %) | 13.971.145 (31,1 %) | 13.693.279 (30,5 %) | 10.926.067 (24,3 %) | 44.907.279 |
| Abblendlicht | 26.965.422 (59,3 %) | 13.459.447 (29,6 %) | 5.044.536 (11,1 %) | 0 (0,0 %) | 45.469.405 |
| Schlusslicht | 21.000.244 (46,7 %) | 11.030.464 (24,5 %) | 12.915.944 (28,7 %) | 0 (0,0 %) | 44.946.652 |
| Kennzeichenlicht | 28.437.525 (62,1 %) | 3.319.237 (7,3 %) | 14.014.639 (30,6 %) | 0 (0,0 %) | 45.771.401 |
- Tagfahrlicht: Bei 24,3 Prozent der Pkw (10,9 Millionen) ist gar kein Tagfahrlicht erfasst – ihre Baureihe lief vor Februar 2011 an, also bevor es für neue Fahrzeugtypen Pflicht wurde. Wer so ein Auto fährt, hat tagsüber nur Licht, wenn es eingeschaltet ist. 30,5 Prozent haben fest verbaute LED, und bei 45,2 Prozent (20,3 Millionen) sitzt in mindestens einer Ausführung eine wechselbare Lampe.
- Abblendlicht: Bei 88,9 Prozent gibt es in mindestens einer Ausführung noch eine wechselbare Lampe, nur 11,1 Prozent fahren in jeder Ausführung mit LED.
- Schlusslicht: 71,3 Prozent (32,0 Millionen) haben in mindestens einer Ausführung eine wechselbare Lampe, 28,7 Prozent nur fest verbaute LED.
- Kennzeichenbeleuchtung: 69,4 Prozent (31,8 Millionen) mit wechselbarer Lampe, 30,6 Prozent LED.
Das Tagfahrlicht ist dabei oft gar keine eigene Leuchte. Unter den Pkw, deren Tagfahrlicht genau eine wechselbare Bauform führt, sind die häufigsten die P21W (1,3 Millionen) und die W21/5W (1,1 Millionen) – Lampen, die auch als Blinker oder Standlicht arbeiten. Dahinter folgen W21W, H15 und PW24W. Bei der H15 macht der zweite Glühfaden das Tagfahrlicht, der erste das Fernlicht.
Vorne LED, hinten Birne
Ein modernes LED-Tagfahrlicht heißt nicht, dass auch das Heck LED ist. 39 Generationen haben in jeder Ausführung ein LED-Tagfahrlicht, im Schlusslicht aber in jeder Ausführung eine wechselbare Lampe. Am Tag sieht man ihnen die Birne am Heck nicht an – und weil das Tagfahrlicht vorn brennt, fällt ein dunkles Schlusslicht dem Fahrer selbst nie auf. Die verbreitetsten davon:
AI Opel Corsa E Typ: Corsa E / X15 – 2014-2019
AI Renault Clio 4 Typ: BH/KH – 2012-2019
AI BMW X1 2 Typ: F48 – 2014-2022
AI Renault Captur 1 Typ: J5/H5 – 2013-2019
AI Audi A4 5 Typ: B9/8W – 2015-2024
AI Smart ForTwo 3 Typ: 453 – 2014-2024 P21/5W und W5W: die zwei Lampen am Heck
Im Schlusslicht ist die P21/5W die mit Abstand häufigste Bauform: 400 Generationen führen sie, und unter den Pkw, deren Schlusslicht genau eine wechselbare Bauform hat, sind es 7,4 Millionen – knapp die Hälfte. Sie ist eine Zweifadenlampe: der 5-Watt-Faden macht das Schlusslicht, der 21-Watt-Faden das Bremslicht. Brennt nur einer davon durch, leuchtet die Lampe beim Bremsen weiter – dass das Schlusslicht fehlt, merkst Du erst im Dunkeln. Dahinter folgen P21W (2,1 Millionen), P21/4W (1,8 Millionen), W5W (1,4 Millionen) und R10W (1,3 Millionen).
Die verbreitetsten Fahrzeuge mit P21/5W im Schlusslicht:
AI Opel Corsa D Typ: Corsa D / S07 – 2006-2014
AI Ford Fiesta 7 Typ: ´09/CB1/CCN/JA8 – 2008-2017
VW Golf 4 Typ: 1J – 1997-2007
AI Ford Focus 3 Typ: DYB / ''11 – 2010-2018
AI Ford Transit Custom 1 Typ: V362/F3 / FY / FZ – 2012-2023
Mercedes-Benz Sprinter 3 Typ: VS30/907/910 – seit 2018 In der Kennzeichenbeleuchtung ist es fast immer eine von zwei Lampen: die W5W bei 18,0 Millionen Pkw und die C5W-Soffitte bei 8,6 Millionen. Zusammen sind das 98,5 Prozent der Pkw, deren Kennzeichenbeleuchtung genau eine wechselbare Bauform führt.
VW Golf 7 Typ: AU - 5G1 BQ1 BE1 BE2/BA5/BV5 – 2012-2021
VW Polo 5 Typ: 6R (vor Facelift) & 6C (nach Facelift) – 2009-2017
AI VW Passat 7 Typ: B7/3C – 2010-2015
VW Golf 6 Typ: 5K1 – 2008-2014
AI Opel Corsa D Typ: Corsa D / S07 – 2006-2014
AI Ford Fiesta 7 Typ: ´09/CB1/CCN/JA8 – 2008-2017 Der Licht-Check vor Sonntag
- Tagfahrlicht-Test: Bei Tageslicht Motor an, Lichtschalter auf 0 bzw. AUTO, einmal ums Heck gehen. Leuchtet hinten nichts, weißt Du, dass Du in der Dämmerung selbst einschalten musst.
- Abblendlicht an, Heck prüfen: Schlusslicht links und rechts, Kennzeichenbeleuchtung. Beide sieht man vom Fahrersitz aus nie – am einfachsten rückwärts vor eine Wand oder Schaufensterscheibe stellen.
- Bremslicht extra: Bei der P21/5W kann der Bremslicht-Faden noch brennen, während der Schlusslicht-Faden schon durch ist. Darum Schlusslicht und Bremslicht getrennt anschauen.
- Beide Seiten tauschen: Ist eine Lampe durch, hat die andere dieselbe Brenndauer hinter sich.
Den kompletten Durchgang aller Leuchten zeigt der Herbst-Licht-Check, und bis Ende Oktober läuft noch der Licht-Sicht-Test der Kfz-Meisterbetriebe.
Für die beiden häufigsten Heck-Lampen je ein Doppelpack von Osram und Philips – eine für jede Seite:
P21/5W — OSRAM Original Line
Die Standard-P21/5W von Osram mit Metallsockel, im Doppelblister für beide Seiten.

W5W — OSRAM Cool Blue Intense
Eine W5W-Halogen-Signallampe von Osram mit kühlerem Lichtton bis 4.000 Kelvin, im Doppelblister.

Welche Lampen in Deinem Schlusslicht, Deiner Kennzeichenbeleuchtung und Deinem Tagfahrlicht sitzen, steht auf der Seite Deines Fahrzeugs. Such es einfach hier – Marke und Modell, die Schlüsselnummer aus dem Fahrzeugschein oder die FIN:
Häufige Fragen zu Tagfahrlicht und Zeitumstellung
Reicht Tagfahrlicht in der Dämmerung aus?
Nein. Nach § 17 Abs. 1 StVO sind während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder schlechter Sicht die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen. Der ADAC rät, dann das Abblendlicht einzuschalten – auch weil das Fahrzeug bei aktiviertem Tagfahrlicht von hinten in der Regel unbeleuchtet ist.
Leuchten die Rücklichter mit, wenn nur das Tagfahrlicht an ist?
In der Regel nicht. Laut ADAC ist ein Auto mit eingeschaltetem Tagfahrlicht von hinten meist unbeleuchtet; eine Kopplung mit den Rückleuchten ist erlaubt, aber nicht üblich. Ob Deins dazugehört, siehst Du in der Garage oder vor einer Wand: Motor an, Lichtschalter auf 0 oder AUTO bei Tageslicht, dann einmal ums Heck gehen.
Welche Birne sitzt am häufigsten im Schlusslicht?
Die P21/5W. Sie ist eine Zweifadenlampe – der schwache 5-Watt-Faden macht das Schlusslicht, der starke 21-Watt-Faden das Bremslicht. Unter den Pkw, deren Schlusslicht genau eine wechselbare Bauform führt, stecken 7,4 Millionen auf P21/5W, knapp die Hälfte. Rund 28,7 Prozent der Pkw haben dagegen in jeder Ausführung fest verbaute LED-Rückleuchten.
Welche Lampe brauche ich für die Kennzeichenbeleuchtung?
Meist eine W5W-Glassockellampe (18,0 Millionen Pkw), seltener eine C5W-Soffitte (8,6 Millionen). Bei 30,6 Prozent der Pkw ist die Kennzeichenbeleuchtung fest verbaute LED. Welche Form Dein Auto hat, steht auf seiner Fahrzeugseite unter „Kennzeichenbeleuchtung“.
Kann ich einfach mit Standlicht fahren, wenn das Abblendlicht kaputt ist?
Nein. § 17 Abs. 2 StVO sagt ausdrücklich: Mit Begrenzungsleuchten (Standlicht) allein darf nicht gefahren werden. Eine defekte Abblendlicht-Lampe gehört vor der nächsten Fahrt im Dunkeln getauscht – bei Halogen am besten beide Seiten.

