Licht-Sicht-Test im Oktober: Was geprüft wird — und welche Lampe bei Dir fällig wird
Von Sebi Veröffentlicht am
Das Wichtigste zuerst
Im Oktober läuft wieder der Licht-Sicht-Test: Kfz-Meisterbetriebe prüfen die Fahrzeugbeleuchtung, und kleine Mängel beheben sie nach Angabe der Veranstalter „in der Regel sofort und kostenlos". Bezahlen musst Du nur die Ersatzteile sowie umfangreiche Diagnose- und Einstellarbeiten. Getragen wird die Aktion vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, dem Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks und der Deutschen Verkehrswacht; es gibt sie seit 1956.
Genau an diesem „nur die Ersatzteile" hängt die Frage, die wir beantworten können und sonst niemand: Steckt an der beanstandeten Stelle Deines Autos überhaupt noch eine Birne? Denn wo eine fest verbaute LED-Einheit sitzt, ist der Handgriff kein Handgriff mehr, und aus ein paar Euro Ersatzteil wird eine komplette Leuchte.
Alle Zahlen dieses Beitrags sind aus unseren eigenen Tabellen gerechnet, Stand 21. September 2026, über 658 ausgelieferte Fahrzeugseiten mit zusammen 39,30 Millionen in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen. Der Zulassungsbestand stammt aus den Schlüsselnummern des Kraftfahrt-Bundesamts, die zu diesen Seiten gehören.
Was beim Licht-Sicht-Test erfasst wird
Das ist keine Vermutung: Die Veranstalter geben den Betrieben einen Erfassungsbogen für Pkw an die Hand, und der zählt genau drei Gruppen:
- 1. Hauptscheinwerfer (Abblendlicht/Fernlicht) — und darunter getrennt, ob er falsch eingestellt ist (zu hoch oder zu tief) oder komplett ausgefallen (eine Seite oder beide).
- 2. Rückwärtige Beleuchtung.
- 3. Bremslicht.
Die Betriebe schicken ihre Strichliste bis zum 6. November 2026 an die Deutsche Verkehrswacht; die Gesamtstatistik erscheint danach auf licht-test.de. Wir greifen der Auswertung nicht vor — wir nehmen nur ihre drei Schubladen und schauen nach, was in Deutschlands Autos an diesen drei Stellen tatsächlich steckt.
Eine Vorbemerkung zur ersten Gruppe: „falsch eingestellt" ist kein Birnenthema. Da hilft keine neue Lampe, sondern ein Scheinwerfereinstellgerät — und genau dafür lohnt der Gang in die Werkstatt. Wie Du vorher selbst prüfst, ob der Kegel überhaupt stimmt, steht hier: Abblendlicht horizontal und vertikal korrekt einstellen.
Die Auswertung: Wo überhaupt noch eine Birne sitzt
Für jede der drei Gruppen haben wir unsere Fahrzeugseiten in drei Töpfe sortiert. Entweder trägt eine Generation an allen Stellen dieser Gruppe noch eine wechselbare Lampe; oder es kommt auf die Ausführung an, weil dieselbe Baureihe mit und ohne fest verbaute LED gebaut wurde; oder es gibt dort gar keine wechselbare Lampe mehr.
| Geprüfte Stelle | überall noch eine wechselbare Lampe | je nach Ausführung | gar keine wechselbare Lampe mehr | Fahrzeuge gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 1. Hauptscheinwerfer (Abblendlicht/Fernlicht) | 64,6 % (25.382.040 Fahrzeuge, 499 Generationen) | 27,2 % (10.693.312 Fahrzeuge, 107 Generationen) | 8,2 % (3.228.447 Fahrzeuge, 52 Generationen) | 39.303.799 |
| 2. rückwärtige Beleuchtung | 44,6 % (17.424.009 Fahrzeuge, 385 Generationen) | 47,5 % (18.561.294 Fahrzeuge, 183 Generationen) | 7,8 % (3.059.570 Fahrzeuge, 44 Generationen) | 39.044.873 |
| 3. Bremslicht (Haupt- und dritte Bremsleuchte) | 18,2 % (7.093.447 Fahrzeuge, 258 Generationen) | 63,0 % (24.601.263 Fahrzeuge, 240 Generationen) | 18,8 % (7.350.163 Fahrzeuge, 114 Generationen) | 39.044.873 |
1. Hauptscheinwerfer: Noch überwiegend Handarbeit — aber knapp die Hälfte hat Xenon im Programm
Beim Hauptscheinwerfer steht die Sache am besten. Von den 658 Generationen tragen 499 mit zusammen 25,38 Millionen Fahrzeugen vorn noch durchgehend eine wechselbare Lampe — 64,6 Prozent. Bei 107 Generationen (10,69 Millionen Fahrzeuge, 27,2 Prozent) kommt es auf die Ausführung an, und bei 52 Generationen mit 3,23 Millionen Fahrzeugen ist vorn gar nichts mehr zu wechseln: 8,2 Prozent. Einzeln gerechnet sind das 9,0 Prozent beim Abblendlicht und 8,2 Prozent beim Fernlicht.
Die zweite Zahl ist die, an der das Wort „kostenlos" hängt. Bei 222 Generationen mit 18,93 Millionen Fahrzeugen — 48,2 Prozent — gibt es mindestens eine Ausführung mit Xenon-Brenner, und genau solche Systeme nennen die Veranstalter selbst als Beispiel für kostenpflichtige Arbeiten. Fährst Du Xenon, ist der Brennerwechsel ohnehin kein Feierabendprojekt: warum Du Xenon-Brenner nicht selbst wechseln solltest.
Welche Bauformen es vorn sind, gemessen an Fahrzeugen: H7 bei 73,5 Prozent, H4 bei 22,0 Prozent, H1 bei 20,3 Prozent, dann die Xenon-Formen D1S (20,1 Prozent) und D3S (17,3 Prozent). Die Anteile summieren sich über 100 Prozent, weil ein Fahrzeug vorn mehrere Bauformen trägt — Abblendlicht und Fernlicht sind oft verschiedene Lampen, und Halogen- und Xenon-Ausführung derselben Baureihe zählen beide. Unsicher, was bei Dir vorn sitzt? H4 oder H7 — so findest Du es heraus.
2. Rückwärtige Beleuchtung: Die Gruppe, die Du selbst nie siehst
Hier ist die Lage am uneinheitlichsten, und das ist der eigentliche Befund: Bei 183 Generationen mit 18,56 Millionen Fahrzeugen — 47,5 Prozent — hängt die Antwort an der Ausführung. Zwei Autos derselben Baureihe auf demselben Hof können hinten verschieden aufgebaut sein. Durchgehend wechselbar ist das Heck noch bei 385 Generationen (17,42 Millionen Fahrzeuge, 44,6 Prozent), komplett dicht bei 44 (3,06 Millionen, 7,8 Prozent).
Innerhalb der Gruppe laufen die einzelnen Leuchten weit auseinander. Ausschließlich fest verbaute LED steckt beim Schlusslicht in 26,9 Prozent der Fahrzeuge (153 Generationen, 10,51 Millionen) und bei der Kennzeichenbeleuchtung in 25,8 Prozent (115 Generationen, 10,05 Millionen) — ausgerechnet die beiden, die einem selbst nie auffallen. Deutlich seltener ist es beim hinteren Blinker (12,1 Prozent), bei der Nebelschlussleuchte (14,7 Prozent) und beim Rückfahrlicht (10,4 Prozent).
Die häufigsten Bauformen am Heck sind P21W (64,2 Prozent der Fahrzeuge), PY21W (63,4 Prozent), W5W (54,5 Prozent), W16W (44,9 Prozent) und C5W (25,1 Prozent). Auch hier summiert sich das über 100 Prozent — die Gruppe umfasst fünf Leuchten mit verschiedenen Lampen.
3. Bremslicht: Der überraschendste Wert des ganzen Beitrags
Das Bremslicht bekommt im Erfassungsbogen eine eigene Zeile, und unsere Tabellen sagen, warum das sinnvoll ist. Beim Haupt-Bremslicht steckt in 81,2 Prozent der Fahrzeuge noch mindestens eine wechselbare Lampe, meist eine P21W (39,8 Prozent) oder eine P21/5W (24,2 Prozent), die sich Schluss- und Bremslicht in einer Birne teilt.
Und dann die dritte Bremsleuchte, die hoch sitzende Leuchte an Heckscheibe oder Spoiler. Für 526 Generationen haben wir sie kuriert — und 338 davon, zusammen 30,85 Millionen Fahrzeuge, tragen dort ausschließlich eine fest verbaute LED-Einheit. Das sind 80,5 Prozent. Nirgendwo sonst am Auto ist das Verhältnis so eindeutig.
Praktisch heißt das: Wenn der Prüfer Dir sagt, die dritte Bremsleuchte sei aus, ist mit vier von fünf Wahrscheinlichkeiten keine Birne das Ersatzteil, sondern die komplette Leuchte. Die beiden Zahlen stehen direkt nebeneinander — 18,8 Prozent fest verbaute LED beim Haupt-Bremslicht, 80,5 Prozent bei der dritten — und beschreiben zwei völlig verschiedene Reparaturen an derselben Funktion. Zum Vergleich: Am Abblendlicht liegt der LED-Anteil bei 9,0 Prozent, am Rückfahrlicht bei 10,4 Prozent. Die dritte Bremsleuchte ist der Ausreißer.
AI
Und wenn schon eine Lampe fällig ist: Darf es LED sein?
Die Veranstalter stellen diese Frage in ihrer eigenen Ankündigung — ob statt herkömmlicher Halogenlampen moderne LED-Lampen nachgerüstet werden können. Die Antwort ist kein Ja und kein Nein, sondern eine Nummer: Eine LED-Freigabe gilt je Scheinwerfer-Genehmigungsnummer, nicht je Fahrzeugmodell. Zwei Autos derselben Baureihe können deshalb verschieden ausgehen, je nachdem, welcher Scheinwerfer verbaut ist. Wo Du die Nummer findest, steht hier: Scheinwerfer-Genehmigungsnummer finden.
In unseren Tabellen liegt für 249 der 658 ausgelieferten Fahrzeugseiten mindestens eine LED-Freigabe vor, zusammen 23,97 Millionen Fahrzeuge. Das ist ausdrücklich eine Untergrenze: Von 937 Freigabezeilen der Hersteller sind 524 noch keiner Generation zugeordnet, und jede davon kann weitere Fahrzeuge betreffen. Wie der Weg insgesamt läuft, steht im Ratgeber zur LED-Nachrüstung.
AI
Und jetzt Dein Auto
Wenn beim Licht-Sicht-Test etwas beanstandet wird, steht auf Deiner Fahrzeugseite, welche Bauform an welcher Stelle sitzt — und ob es dort überhaupt eine ist. Diese Modelle führen ein P21W-Bremslicht und stehen am häufigsten in deutschen Zulassungen:
AI VW Tiguan 1 Typ: 5N – 2007-2018
VW Golf 5 Typ: 1K1 – 2003-2009
VW Polo 5 Typ: 6R (vor Facelift) & 6C (nach Facelift) – 2009-2017
AI VW Passat 7 Typ: B7/3C – 2010-2015
Fiat 500 1 Typ: 312 – 2007-2024
Audi A4 4 Typ: B8/8K – 2007-2016
Škoda Octavia 3 Typ: 5E/NL3/NR3 – 2012-2020
VW Polo 6 Typ: AW (BZ1/AE1) – seit 2017
AI Mercedes-Benz C-Klasse 3 Typ: W204/S204/C204/204 – 2007-2015 Ist Deins nicht dabei, führt die Suche auf der Startseite über Marke, Modell oder die Schlüsselnummer aus dem Fahrzeugschein zum Ziel. Und bevor Du selbst schraubst: worauf Du beim Wechsel von Halogenbirnen achten solltest. Den Fünf-Minuten-Rundgang für zuhause — die Vorstufe zum Werkstatttermin — findest Du im Herbst-Licht-Check.
Häufige Fragen zum Licht-Sicht-Test im Oktober
Was kostet der Licht-Sicht-Test?
Die Prüfung selbst kostet nichts. Nach Angabe der Veranstalter beheben die Kfz-Meisterbetriebe kleine Licht-Mängel in der Regel sofort und kostenlos; bezahlen musst Du nur notwendige Ersatzteile sowie umfangreiche Diagnose- und Einstellarbeiten — die Veranstalter nennen dafür ausdrücklich moderne Lichtsysteme wie Xenon oder LED.
Wann findet der Licht-Sicht-Test 2026 statt?
Im ganzen Monat Oktober. Die Betriebe melden ihre Mängelstatistik bis zum 6. November 2026 an die Deutsche Verkehrswacht, die Gesamtstatistik erscheint danach auf licht-test.de. Einen teilnehmenden Betrieb in Deiner Nähe findest Du über die Werkstattsuche derselben Seite.
Was wird beim Licht-Sicht-Test überhaupt geprüft?
Erfasst werden drei Gruppen: Hauptscheinwerfer (Abblend- und Fernlicht), rückwärtige Beleuchtung und das Bremslicht. Beim Hauptscheinwerfer wird zusätzlich getrennt, ob er falsch eingestellt ist — zu hoch oder zu tief — oder komplett ausgefallen, an einer oder an beiden Seiten. Das steht so im amtlichen Erfassungsbogen der Aktion.
Meine dritte Bremsleuchte ist ausgefallen — kann ich die Birne selbst wechseln?
Meistens nicht. Von 526 ausgelieferten Fahrzeug-Generationen, für die wir die dritte Bremsleuchte kuriert haben, tragen 338 dort ausschließlich eine fest verbaute LED-Einheit — das sind 30,85 Millionen Fahrzeuge oder 80,5 Prozent. Dann ist nicht die Birne fällig, sondern die ganze Leuchte. Beim Haupt-Bremslicht ist es umgekehrt: dort steckt in 81,2 Prozent der Fahrzeuge noch mindestens eine wechselbare Lampe.
Darf ich bei der Gelegenheit von Halogen auf LED umrüsten?
Nur wenn für Deinen Scheinwerfer eine Freigabe vorliegt — und die gilt je Scheinwerfer-Genehmigungsnummer, nicht pauschal je Fahrzeugmodell. Zwei Fahrzeuge derselben Baureihe können deshalb unterschiedlich ausgehen. Die Nummer steht auf dem Scheinwerfer selbst; so findest Du sie, und auf der Seite Deines Fahrzeugs steht, ob sie in einer Freigabeliste auftaucht.