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Nebelscheinwerfer sterben aus: Jede zweite neue Baureihe hat keinen mehr

Von Sebi Veröffentlicht am

KI-generiertes Thumbnail: modernes SUV mit schmalen LED-Scheinwerfern und leerer Stoßstange ohne Nebelscheinwerfer im dichten Nebel, Kennzeichen BIRNENTYP, Aufschrift Nebelscheinwerfer sterben aus, jede 2. neue Baureihe ohne (mit KI erzeugt) AI

Das Wichtigste zuerst

Ja, der Nebelscheinwerfer verschwindet — und zwar mit dem LED-Scheinwerfer. Von den 103 Pkw-Generationen mit Baubeginn ab 2021, die wir in unseren Birnenlisten führen, gibt es 53 (51,5 Prozent) in keiner einzigen Ausführung mit Nebelscheinwerfer. Bei den Baureihen, die zwischen 2000 und 2009 anliefen, waren es 2,0 Prozent. Ausgewertet haben wir alle 1.041 Pkw-Generationen unserer Tabellen, für die die Frage beantwortet ist (Stand: 27. Oktober 2026).

Noch deutlicher ist der Rückgang beim Nebelscheinwerfer, in den Du selbst eine Birne einsetzen kannst: Ihn haben von den Baureihen ab 2021 nur noch 16 von 103 — fast nur Dacia, Fiat, Citroën und Transporter. Bei den übrigen 34, die überhaupt noch einen haben, ist er fest verbaute LED.

Von fast jedem Auto zur Ausnahme

Bis 2009 war die Sache klar: 97 bis 98 Prozent aller Pkw-Generationen gab es mit Nebelscheinwerfer, praktisch immer mit wechselbarer Birne, meist H11, H3 oder H8. Ab 2010 kippt das Bild in zwei Schritten — erst wird die Birne durch fest verbaute LED ersetzt, dann fällt der Scheinwerfer ganz weg:

Anteil der Pkw-Generationen je Abschnitt des Baubeginns: es gibt einen Nebelscheinwerfer mit wechselbarer Birne, je nach Ausführung eine Birne oder fest verbaute LED, nur fest verbaute LED — oder in keiner Ausführung einen Nebelscheinwerfer. „Vorhanden" heißt in mindestens einer Ausführung, oft gegen Aufpreis. Gerechnet aus unseren Tabellen über 916 Pkw-Generationen mit Baubeginn ab 1990, Stand 27.10.2026.
Nebelscheinwerfer nach Baubeginn der Fahrzeuggeneration
Baubeginnmit wechselbarer Birneje nach Ausführung Birne oder LEDnur fest verbaute LEDkein NebelscheinwerferPkw-Generationen
1990–1999151 (96,8 %)1 (0,6 %)0 (0,0 %)4 (2,6 %)156
2000–2009286 (96,3 %)5 (1,7 %)0 (0,0 %)6 (2,0 %)297
2010–2014124 (75,2 %)19 (11,5 %)6 (3,6 %)16 (9,7 %)165
2015–201756 (55,4 %)15 (14,9 %)17 (16,8 %)13 (12,9 %)101
2018–202018 (19,1 %)8 (8,5 %)44 (46,8 %)24 (25,5 %)94
2021–20229 (14,3 %)1 (1,6 %)22 (34,9 %)31 (49,2 %)63
ab 20236 (15,0 %)0 (0,0 %)12 (30,0 %)22 (55,0 %)40
  • 2010–2014: 90,3 Prozent der Generationen haben einen Nebelscheinwerfer, 86,7 Prozent mit Birne. Ohne: 9,7 Prozent.
  • 2015–2017: noch 87,1 Prozent mit Nebelscheinwerfer, aber nur noch 70,3 Prozent mit Birne.
  • 2018–2020: 74,5 Prozent mit Nebelscheinwerfer, davon nur noch gut ein Drittel mit Birne (27,7 Prozent aller Generationen). Ohne: 25,5 Prozent.
  • 2021–2022: 49,2 Prozent ohne. Ab 2023: 55,0 Prozent ohne, nur noch 15,0 Prozent mit Birne.

Wichtig beim Lesen: „hat einen Nebelscheinwerfer" heißt bei uns in mindestens einer Ausführung. Bei vielen Baureihen gibt es ihn nur in der höheren Ausstattungslinie oder gegen Aufpreis. Wie viele Käufer ihn wirklich bestellt haben, wissen wir nicht — die tatsächliche Zahl der Autos mit Nebelscheinwerfer liegt also eher noch niedriger.

Der LED-Scheinwerfer ist der Grund

Teilt man die Baureihen nach ihrem Abblendlicht auf, wird der Zusammenhang sichtbar. Unter den 91 Generationen mit Baubeginn ab 2021, die es ausschließlich mit LED-Abblendlicht gibt, haben 53 (58,2 Prozent) keinen Nebelscheinwerfer — und nur sechs einen mit Birne. Unter den zwölf Baureihen desselben Zeitraums, die es noch mit Halogen- oder Xenon-Abblendlicht gibt, fehlt er bei keiner. Schon 2018 bis 2020 sah es so aus: 36,4 Prozent ohne bei Voll-LED-Fronten, 13,8 Prozent bei Baureihen mit LED neben Glühlampe und keine einzige bei reinen Glühlampen-Fronten.

Dafür gibt es drei Gründe, die zusammenwirken:

  • Vorgeschrieben war er nie. Anders als die Nebelschlussleuchte hinten ist der vordere Nebelscheinwerfer reine Ausstattung. Was nicht Pflicht ist, fliegt bei einer Neukonstruktion als Erstes raus, wenn es Geld oder Platz kostet.
  • Die Funktion wandert in den Hauptscheinwerfer. Ein LED-Scheinwerfer kann seine Lichtverteilung je nach Lage umschalten. Mercedes beschreibt in den englischsprachigen Betriebsanleitungen der E-Klasse W213 eine „Enhanced fog light function", die beim Einschalten der Nebelschlussleuchte den Scheinwerfer umstellt; beim VW Tayron sitzt auf der Lichtleiste neben der Nebelschlussleuchten-Taste eine eigene Taste „FRONT" mit Nebelsymbol — einen separaten Nebelscheinwerfer führt der VW-Werksteilekatalog für ihn nicht mehr, beim Vorgänger-Tiguan noch sehr wohl. Lexus nennt die Abbiegelichter im Scheinwerfer „Allwetterlicht".
  • Design und Aerodynamik. Die Fronten werden glatter, und bei Elektroautos zählt jeder Luftwiderstand. Unter den Baureihen ab 2021 ohne Nebelscheinwerfer sind auffallend viele E-Autos — Hyundai Ioniq 5 und 6, Kia EV6 und EV9, Mercedes EQA bis EQS, BMW iX, Porsche Taycan, MG4, Cupra Born, Škoda Elroq.

Ob der Hauptscheinwerfer im dichten Nebel wirklich so gut ist wie ein tief eingebauter Nebelscheinwerfer mit breitem, flachem Lichtkegel, ist eine andere Frage — unabhängige Tests dazu gibt es kaum. Fest steht nur: Wo kein Nebelscheinwerfer mehr verbaut ist, gibt es an dieser Stelle auch nichts mehr zu wechseln.

Diese Bestseller haben keinen Nebelscheinwerfer mehr

Die sechs Baureihen mit Baubeginn ab 2021 und dem größten Bestand in Deutschland, die es in keiner Ausführung mit Nebelscheinwerfer gibt:

Nach Marken gezählt (Baubeginn ab 2018, Marken mit mindestens vier Generationen in unseren Tabellen) streichen die Premiumhersteller am konsequentesten: Bei Audi und Mercedes-Benz fehlt der Nebelscheinwerfer in 71 Prozent der jüngeren Generationen, bei BMW in 55 Prozent. Bei Nissan, Dacia und Fiat hat dagegen jede dieser Generationen einen, bei Opel alle bis auf eine.

Wo es noch eine Birne zu wechseln gibt

Die Birne im Nebelscheinwerfer überlebt dort, wo es auf den Preis ankommt: bei Kleinwagen, Budget-SUVs und Transportern. Die sechs Baureihen mit Baubeginn ab 2021 und dem größten Bestand, die noch einen Nebelscheinwerfer mit wechselbarer Birne haben:

In diesen jungen Baureihen stecken fast nur noch zwei Bauformen: die H11 und die H16 mit je sieben Generationen, dazu je einmal H8 (Škoda Fabia 4) und HB4 (Hyundai i20). Über alle Baujahre ist die H11 mit 255 Generationen die häufigste Nebelscheinwerfer-Birne, vor der H3 (198) und der H8 (133). Welche Fahrzeuge welche Bauform tragen, zeigen unsere Listen der Fahrzeuge mit H11, H16, H8 und HB4.

Im Bestand ist der Wandel erst am Anfang

Auf der Straße merkt man davon noch wenig, weil Autos lange fahren. Wir haben dafür den Pkw-Bestand des Kraftfahrt-Bundesamts je Schlüsselnummer gegen unsere Birnenlisten gelegt — erfasst sind so 46,3 Millionen Pkw. Zum 1. Januar 2026 gehörten 2,82 Millionen davon (6,1 Prozent) zu einer Baureihe, die es in keiner Ausführung mit Nebelscheinwerfer gibt. Zum 1. Januar 2019 waren es 0,58 Millionen oder 1,3 Prozent — der Anteil hat sich in sieben Jahren fast verfünffacht und wuchs zuletzt um mehr als einen Prozentpunkt pro Jahr.

Weitere 4,97 Millionen Pkw (10,7 Prozent) gehören zu Baureihen, die nur noch einen LED-Nebelscheinwerfer haben. Bei 83,2 Prozent der erfassten Fahrzeuge gibt es die Baureihe dagegen mit einem Nebelscheinwerfer, in dem eine Birne sitzt — 2019 waren es 97,2 Prozent. Dasselbe Muster zeigt das Abblendlicht: Dort haben inzwischen fast 5 Millionen Pkw keine wechselbare Birne mehr.

Was das für Dich bedeutet

Hat Dein Auto einen Nebelscheinwerfer mit Birne, findest Du die passende Bauform auf seiner Birnenliste — oft gibt es mehrere Ausführungen, und dann entscheidet der Scheinwerfer, nicht der Modellname:

Für die H11 gibt es inzwischen LED-Lampen mit eigener ECE-Zulassung, die Du ohne Freigabe Deines Scheinwerfers einsetzen darfst; für H8, HB4 und H16 hat Osram Lampen derselben Art angekündigt. Wer bei der Halogenlampe bleibt, bekommt die H11 als hellere Variante:

H11 — OSRAM NIGHT BREAKER 220

Halogenlampe für den Nebelscheinwerfer, passt in jede H11-Fassung ohne Umbau.

Osram NIGHT BREAKER 220, H11, +220% mehr Helligkeit, Halogen-Scheinwerferlampe, 64211NB220, Faltschachtel (1 Lampe)

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H11-LED — OSRAM NIGHT BREAKER LED SMART ECE

LED-Lampe mit eigener ECE-R37-Zulassung, darf ohne Scheinwerfer-Freigabe in den H11-Nebelscheinwerfer.

Osram NIGHT BREAKER LED SMART ECE H11, ECE R37 zugelassene LED-Retrofitlampe, Fern-/Abblend-/Nebellicht, kein Gutachten notwendig, 6000K, 12V

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Hat Deine Baureihe gar keinen Nebelscheinwerfer, steht das ebenfalls auf ihrer Birnenliste — dann gibt es für diese Position nichts zu kaufen. Und fällt bei einem fest verbauten LED-Nebelscheinwerfer das Licht aus, hilft keine Birne: Dann tauscht die Werkstatt die ganze Leuchte, ähnlich wie beim defekten LED-Hauptscheinwerfer.

So haben wir gerechnet

Grundlage sind alle 1.056 Pkw-Generationen mit eigener Birnenliste auf birnen-typ.de; für 1.041 ist geklärt, ob und welchen Nebelscheinwerfer sie haben. Eine Generation zählt als „ohne", wenn sie in keiner Ausführung einen Nebelscheinwerfer hat, und als „mit Birne", wenn es in mindestens einer Ausführung eine wechselbare Lampe gibt. Maßgeblich für die Einordnung ist der Baubeginn der Generation; das Diagramm beginnt 1990, weil ältere Klassiker oft nie einen Nebelscheinwerfer hatten. Die Bestandszahlen stammen vom Kraftfahrt-Bundesamt (Bestand am 1. Januar), jede Schlüsselnummer zählt genau einmal, Schlüsselnummern mit widersprüchlicher Einordnung bleiben außen vor. Stand aller Tabellen: 27. Oktober 2026.

Häufige Fragen zum Verschwinden der Nebelscheinwerfer

Warum haben neue Autos keine Nebelscheinwerfer mehr?

Weil der LED-Scheinwerfer die Aufgabe übernimmt und der Nebelscheinwerfer nie vorgeschrieben war. Von den Pkw-Baureihen mit Baubeginn ab 2021, die es nur noch mit LED-Abblendlicht gibt, haben 58,2 Prozent in keiner Ausführung einen Nebelscheinwerfer; bei den zwölf Baureihen desselben Zeitraums, die es auch mit Glühlampen- oder Xenon-Abblendlicht gibt, fehlt er bei keiner. Einige Hersteller verlegen eine Schlechtwetter-Lichtverteilung in den Hauptscheinwerfer, Mercedes etwa als „Enhanced fog light function“, VW über eine eigene Taste auf der Lichtleiste.

Wie viele neue Autos haben noch einen Nebelscheinwerfer?

Von 103 Pkw-Generationen mit Baubeginn ab 2021 in unseren Tabellen gibt es 50 (48,5 Prozent) in mindestens einer Ausführung mit Nebelscheinwerfer, oft gegen Aufpreis. Nur 16 davon haben noch eine wechselbare Birne, meist H11 oder H16 — vor allem Dacia, Fiat, Citroën und Transporter. Bei 34 sitzt nur noch fest verbaute LED. Zum Vergleich: Bei Baubeginn 2000 bis 2009 hatten 98 Prozent der Generationen einen Nebelscheinwerfer, praktisch alle mit Birne.

Muss ein Auto Nebelscheinwerfer haben?

Nein. Den vorderen Nebelscheinwerfer schreibt keine Regel vor, er ist reine Ausstattung. Vorgeschrieben ist hinten die Nebelschlussleuchte. Einschalten darfst Du Nebelscheinwerfer nur bei Sichtbehinderung durch Nebel, Schneefall oder Regen (§ 17 Abs. 3 StVO); die Nebelschlussleuchte nur, wenn Nebel die Sichtweite unter 50 Meter drückt.

Wie finde ich heraus, ob mein Auto einen Nebelscheinwerfer mit Birne hat?

Auf der Birnenliste Deines Fahrzeugs bei uns: Dort steht je Ausführung, ob es einen Nebelscheinwerfer gibt und welche Birne darin sitzt — oder dass Deine Baureihe gar keinen hat. Am Auto selbst hilft der Lichtschalter: Gibt es eine Taste mit dem nach links strahlenden Nebelsymbol und leuchtet dazu eine grüne Kontrollleuchte, hast Du vorne Nebellicht; die gelbe Kontrollleuchte gehört zur Nebelschlussleuchte hinten.

Welche Birne sitzt in Nebelscheinwerfern am häufigsten?

Die H11: Sie steckt in 255 der 783 Pkw-Generationen unserer Tabellen, die einen Nebelscheinwerfer mit Birne haben, vor der H3 (198) und der H8 (133). Bei den jüngsten Baureihen mit Baubeginn ab 2021 teilen sich H11 und H16 das Feld mit je sieben Generationen. Für die H11 gibt es LED-Lampen mit eigener ECE-Zulassung, die ohne Freigabe Deines Scheinwerfers eingesetzt werden dürfen.