Fast 5 Millionen Pkw ohne wechselbare Abblendlicht-Birne: Halogen, Xenon und LED im Bestand 2019–2026
Von Sebi Veröffentlicht am
Das Wichtigste zuerst
Zum 1. Januar 2026 gab es in Deutschland 4.978.143 Pkw, bei denen sich im Abblendlicht keine Birne mehr wechseln lässt — ihre Baureihe gibt es ausschließlich mit fest verbauter LED. Das sind 10,7 Prozent der 46,5 Millionen Fahrzeuge, für deren Baureihen wir eine eigene Birnenliste führen (93,9 Prozent des deutschen Pkw-Bestands laut Kraftfahrt-Bundesamt; Stand unserer Tabellen: 16. Oktober 2026). Sieben Jahre vorher, zum 1. Januar 2019, waren es 221.310 Fahrzeuge oder 0,5 Prozent. Der Anteil hat sich seither mehr als verzwanzigfacht und wächst zuletzt um knapp zwei Prozentpunkte im Jahr.
Trotzdem bleibt die Glühlampe die Regel: 87,3 Prozent der erfassten Pkw gehören zu einer Baureihe, die es in mindestens einer Ausführung mit wechselbarer Halogenlampe gibt. Aber bei fast jedem dritten Auto (29,4 Prozent) steht neben der Halogen- auch eine LED-Ausführung — dort entscheidet der Scheinwerfer, nicht der Modellname, ob Du eine H7 kaufen kannst oder in die Werkstatt musst. Und Xenon verschwindet schneller als Halogen: Der Anteil der Fahrzeuge mit Xenon-Ausführung fiel von 59,6 auf 44,2 Prozent.
| Ausführung | 1.1.2019 | 1.1.2020 | 1.1.2021 | 1.1.2022 | 1.1.2023 | 1.1.2024 | 1.1.2025 | 1.1.2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| mindestens eine LED-Ausführung | 17,9 % (8.120.741) | 22,1 % (10.163.103) | 25,9 % (12.098.947) | 29,5 % (13.819.328) | 32,4 % (15.235.819) | 35,5 % (16.751.242) | 38,8 % (18.254.463) | 41,7 % (19.416.915) |
| mindestens eine Xenon-Ausführung | 59,6 % (27.048.194) | 57,5 % (26.437.446) | 55,1 % (25.685.067) | 52,7 % (24.721.635) | 50,6 % (23.794.610) | 48,5 % (22.860.101) | 46,3 % (21.789.376) | 44,2 % (20.575.617) |
| nur LED — keine wechselbare Abblendlichtlampe | 0,5 % (221.310) | 1,1 % (514.915) | 2,2 % (1.041.111) | 3,6 % (1.686.416) | 5,1 % (2.382.935) | 6,8 % (3.219.646) | 8,7 % (4.118.373) | 10,7 % (4.978.143) |
| Xenon ohne Halogen-Ausführung | 1,5 % (685.167) | 1,6 % (723.094) | 1,6 % (763.170) | 1,7 % (792.382) | 1,7 % (813.329) | 1,8 % (849.085) | 1,9 % (872.220) | 1,8 % (853.374) |
| mindestens eine Halogen-Ausführung (wechselbare Lampe) | 97,9 % (44.436.631) | 97,2 % (44.734.061) | 96,0 % (44.796.895) | 94,6 % (44.361.804) | 93,0 % (43.710.295) | 91,2 % (42.991.313) | 89,2 % (41.991.360) | 87,3 % (40.610.899) |
| erfasste Fahrzeuge | 45.370.732 | 46.006.837 | 46.649.992 | 46.902.104 | 46.980.349 | 47.137.099 | 47.067.708 | 46.534.150 |
| Pkw-Bestand laut KBA | 47.627.015 | 48.280.542 | 48.990.243 | 49.350.392 | 49.579.587 | 49.904.553 | 49.981.092 | 49.566.930 |
Was „keine wechselbare Lampe" für Dich heißt
Die rote Linie im Diagramm zählt nur Baureihen, die es in keiner Ausführung mit einer Abblendlichtlampe gibt — weder Halogen noch Xenon-Brenner. Wer so ein Auto fährt, hat vorne nichts zu wechseln: Die Leuchtdioden sitzen auf einem Modul im Scheinwerfer, und fällt das Licht aus, tauscht die Werkstatt je nach Hersteller das Modul oder den ganzen Scheinwerfer. Was das kostet und warum es so ist, steht in LED-Scheinwerfer defekt.
Dass es 2026 fast fünf Millionen solcher Fahrzeuge sind, liegt an ein paar sehr erfolgreichen Baureihen: Allein der VW Golf 8 stellt 332.378 davon, der Škoda Octavia der vierten Generation 215.286, der BMW 3er G20 181.661 und der Seat Leon der vierten Generation 153.821. Dass es keine Frage des Preises mehr ist, zeigt der Dacia Sandero der dritten Generation mit 124.622 Fahrzeugen — auch er kommt in unseren Daten nur noch mit fest verbauter LED. Fast zwei Drittel dieser Fahrzeuge (62,6 Prozent) gehören zu Baureihen, die zwischen 2019 und 2021 anliefen; nennenswert im Bestand sind reine LED-Baureihen überhaupt erst seit 2017. Die zwölf größten:
AI VW Golf 8 Typ: CD - 5H1/5H5 – 2019-2024
AI Škoda Octavia 4 Typ: NX3/NX5 – seit 2020
AI BMW 3er 7 Typ: G20/G21/G80 – 2019-2022
AI Seat Leon 4 Typ: KL – seit 2020
AI BMW 5er 7 Typ: G30/G31/G38/F90 – 2017-2020
AI Audi A6 5 Typ: C8/4A – 2018-2025
Škoda Kamiq 1 Typ: NW4 – seit 2019
AI Dacia Sandero 3 Typ: DJF – seit 2021
AI Audi A3 4 Typ: 8Y / GY – seit 2019
AI BMW X3 3 Typ: G01/F97 – 2017-2024
AI Seat Formentor 1 Typ: KM7 – seit 2020
AI Audi Q3 2 Typ: F3 – seit 2018 Halogen bleibt die Mehrheit — aber bei jedem dritten Auto entscheidet die Ausführung
40,6 Millionen der erfassten Pkw gehören zu einer Baureihe mit Halogen-Ausführung, 2019 waren es 44,4 Millionen — ein Rückgang um 8,6 Prozent in sieben Jahren, deutlich langsamer als das Wachstum der LED. Die häufigste Bauform ist und bleibt die H7: 70,8 Prozent der erfassten Fahrzeuge gehören zu einer Baureihe, die sie in mindestens einer Ausführung führt (2019: 78,3 Prozent). Die H4 kommt auf 22,8 Prozent (2019: 28,6), die H1 im Abblendlicht nur noch auf 1,8 Prozent. Zwei Bauformen wachsen gegen den Trend, weil sie in jungen Baureihen sitzen: die HIR2 (1,5 auf 1,7 Prozent) und die H18 (0,1 auf 0,5 Prozent).
Der Haken steckt im „mindestens einer Ausführung". 41,7 Prozent der Fahrzeuge gehören zu einer Baureihe mit LED-Ausführung, aber nur 10,7 Prozent zu einer, die es ausschließlich so gibt — 29,4 Prozent fahren in Baureihen, die Halogen und LED nebeneinander anboten, der kleine Rest in Xenon-Baureihen mit LED-Ausführung. Umgekehrt gehören nur 23,4 Prozent der Fahrzeuge zu Baureihen, die es ausschließlich mit Halogen gibt. Unter den Baureihen mit Halogen und LED nebeneinander sind die größten des Landes: der VW Golf 7 (874.174 Fahrzeuge, H7, Xenon oder LED), der VW T6 (594.966, H4, H7 oder LED), der VW Polo der fünften Generation (552.312), der VW Tiguan 2 (538.830), die Mercedes V-Klasse (428.162) und der VW T-Roc (425.199). Wer einen davon fährt, findet die Antwort nicht im Modellnamen, sondern am Scheinwerfer — unsere Modellseiten zeigen jede Ausführung mit ihren Erkennungsmerkmalen, und H4 oder H7 im Abblendlicht? erklärt, woran Du die Bauform am stehenden Auto erkennst.
Für die große Mehrheit, die weiter eine Halogenlampe wechselt, heißt das: Die H7 bleibt noch viele Jahre die Lampe, die es an jeder Tankstelle gibt. Wer seltener an den Scheinwerfer will, nimmt die Langlebig-Serie:
H7 — OSRAM (Duo-Box, langlebig)
Die Langlebig-Empfehlung unserer H7-Seite — für die 32,9 Millionen Fahrzeuge, deren Baureihe eine H7 führt.

Xenon verschwindet schneller als Halogen
Die blaue Linie fällt am steilsten: 2019 gehörten 59,6 Prozent der erfassten Pkw zu einer Baureihe mit Xenon-Ausführung, 2026 noch 44,2 Prozent — von 27,0 auf 20,6 Millionen Fahrzeuge, ein Minus von 23,9 Prozent. Xenon war in den Nuller- und Zehnerjahren die Aufpreis-Option der Mittel- und Oberklasse, und genau diese Baureihen scheiden jetzt aus dem Bestand aus, während die Nachfolger gleich mit LED kommen. Am deutlichsten beim D2S-Brenner der frühen Xenon-Generation: Sein Anteil hat sich von 18,3 auf 9,7 Prozent halbiert. Der D1S fiel von 27,0 auf 18,8 Prozent, der D3S von 18,1 auf 15,5. Nur der D5S, der Brenner der letzten Xenon-Generation, legt noch zu (3,0 auf 4,2 Prozent) — er sitzt in Baureihen wie dem Audi A4 B9 und dem Audi Q5 FY, — der A4 wurde bis 2024 gebaut, der Q5 läuft noch.
Baureihen, die es gar nicht mit Halogen gibt, sondern nur mit Xenon-Brenner (teils mit LED daneben), sind eine kleine, stabile Gruppe: 853.374 Fahrzeuge oder 1,8 Prozent, angeführt von der Mercedes E-Klasse W212 (201.018), dem Audi A4 B9 (145.245) und dem Audi Q5 FY (112.554). Hier ist die Lampe noch wechselbar — aber am Vorschaltgerät liegen mehrere Kilovolt an, weshalb wir vom Selbstwechsel abraten: Sicherheit geht vor.
Woher die Zahlen kommen
Zwei Quellen, einmal verknüpft. Die erste ist der Pkw-Bestand des Kraftfahrt-Bundesamts je Schlüsselnummer (Herstellerschlüssel und Typschlüssel aus dem Fahrzeugschein) zum 1. Januar jedes Jahres von 2019 bis 2026 — dieselben Zahlen, die auf jeder unserer Modellseiten unter „In Deutschland zugelassen" stehen. Die zweite sind unsere eigenen Birnenlisten für 980 Fahrzeuggenerationen mit kuratiertem Abblendlicht: Sie sagen, welche Bauformen es in welcher Baureihe gibt — eine wechselbare Halogenlampe, ein Xenon-Brenner oder fest verbaute LED, oft mehrere nebeneinander.
Jede Schlüsselnummer zählt genau einmal, auch wenn sie zu zwei unserer Generationen gehört — etwa weil ein Facelift keine neue Typgenehmigung bekam. Gehören die beiden Generationen dann in verschiedene Klassen (der BMW 2er F22 gab es vor dem Facelift mit Halogen, danach nur mit LED, unter denselben Schlüsseln), steht der Schlüssel in keiner Klasse; das betrifft 0,2 Prozent des Bestands. Erfasst sind so 46,5 Millionen Pkw, 93,9 Prozent des Bestands — der Rest gehört zu Baureihen, für die wir noch keine Birnenliste veröffentlicht haben. Alle Anteile beziehen sich auf die erfassten Fahrzeuge. Welche Bauform in welchem Baujahrgang dominiert, ist eine andere Frage mit einer anderen Achse: Die beantwortet Die häufigste Autobirne Deutschlands. Und was der Wechsel von Halogen zu LED beim nächsten Birnenwechsel kostet, steht in Was kostet der Birnenwechsel im Scheinwerfer?
Welche Ausführung in Deinem Auto steckt, findest Du hier — mit dem Modellnamen, der Schlüsselnummer aus dem Fahrzeugschein oder der Fahrgestellnummer:
Häufige Fragen zu Halogen, Xenon und LED im Pkw-Bestand
Wie viele Autos in Deutschland haben LED-Scheinwerfer?
Zum 1. Januar 2026 gehörten 41,7 Prozent der von uns erfassten Pkw — 19,4 Millionen Fahrzeuge — zu einer Baureihe, die es in mindestens einer Ausführung mit LED-Abblendlicht gibt; 2019 waren es 17,9 Prozent. Bei 10,7 Prozent oder 4,98 Millionen Fahrzeugen gibt es die Baureihe ausschließlich mit fest verbauter LED, dort ist in keiner Ausführung eine Abblendlichtlampe wechselbar. Grundlage sind 46,5 Millionen Pkw, also 93,9 Prozent des deutschen Pkw-Bestands laut Kraftfahrt-Bundesamt, für deren Baureihen wir eine eigene Birnenliste führen.
Wie viele Autos fahren noch mit Halogen-Abblendlicht?
87,3 Prozent der erfassten Pkw — 40,6 Millionen Fahrzeuge — gehören zum 1. Januar 2026 zu einer Baureihe mit mindestens einer Halogen-Ausführung im Abblendlicht; 2019 waren es noch 97,9 Prozent. Die häufigste Bauform ist die H7: 70,8 Prozent der erfassten Fahrzeuge gehören zu einer Baureihe, die sie in mindestens einer Ausführung führt, bei der H4 sind es 22,8 Prozent. Beide Anteile sinken seit 2019 um knapp einen Prozentpunkt pro Jahr.
Kann ich bei einem LED-Scheinwerfer die Birne selbst wechseln?
Nein. Bei fest verbautem LED-Abblendlicht gibt es keine Lampe, die Du herausdrehen könntest — die Leuchtdioden sitzen auf einem Modul im Scheinwerfer. Fällt das Licht aus, tauscht die Werkstatt je nach Hersteller das LED-Modul oder den ganzen Scheinwerfer. Ob Dein Auto so eine Ausführung hat, steht auf seiner Modellseite: Viele Baureihen gab es mit Halogen und LED nebeneinander, und dann entscheidet der Scheinwerfer, nicht der Modellname.
Stirbt Xenon aus?
Ja, und schneller als Halogen: 2019 gehörten noch 59,6 Prozent der erfassten Pkw zu einer Baureihe mit Xenon-Ausführung, 2026 sind es 44,2 Prozent — in absoluten Zahlen 27,0 statt 20,6 Millionen Fahrzeuge, ein Minus von 23,9 Prozent. Am deutlichsten verschwindet der D2S-Brenner der frühen Xenon-Jahre, dessen Anteil sich von 18,3 auf 9,7 Prozent halbiert hat; der D1S fiel von 27,0 auf 18,8 Prozent. Baureihen, die es nur mit Xenon und ohne Halogen-Alternative gibt, machen 1,8 Prozent des Bestands aus.
Woher stammen die Zahlen zu Halogen, Xenon und LED im Bestand?
Aus zwei Quellen, die wir verknüpfen: dem Pkw-Bestand des Kraftfahrt-Bundesamts je Schlüsselnummer zum 1. Januar der Jahre 2019 bis 2026 und unseren eigenen Birnenlisten für 980 Fahrzeuggenerationen, die sagen, welche Abblendlicht-Bauformen es in welcher Baureihe gibt. Jede Schlüsselnummer zählt genau einmal, auch wenn sie zu zwei Generationen gehört. Erfasst sind so 93,9 Prozent des deutschen Pkw-Bestands; alle Anteile beziehen sich auf diese erfassten Fahrzeuge, Stand der Tabellen ist der 16. Oktober 2026.
